Mittwoch, Februar 25, 2009

Tag 9: Montreal und Mont Tremblant

Herzlich Willkommen zur neusten Ausgabe von „Expeditionen der Neuzeit“, heute alles zum Thema „Schadensabwicklung in einem fremden Land und Skifahren in Kanada“. Beginnen wir mit der Schadensregulierung eines Parkremplers. Wie ihr alle gestern gelesen habt, hat unser SUV gestern so einen Kleinwagen unter sich begraben. Zurück im Hotel mussten wir feststellen, dass die Vollkaskoversicherung von Alamo nicht greift, wenn nach einem Unfall nicht sofort die Polizei und der Autoverleiher verständigt wird, was wir beides nicht getan hatten, da der Schaden absolut lächerlich war.

Sei’s drum, heute Morgen um 6 klingelt mein Wecker, mein Gott ist das früh im Urlaub… Aber nach einer halbstündlichen Aufwachphase machten wir uns doch schon um 7 eingepackt in dicke Skiklamotten auf den Weg zum Auto. Auf dem Weg zur Garage fragten wir an der Rezeption nach der nächsten Polizeistation, um nachträglich noch einen Unfallbericht erstellen zu lassen. Alles klar, sollte eigentlich einfach zu finden sein. War es auch, der Laden hatte nur leider nicht geöffnet, uns ist auch jetzt noch nicht ganz klar warum wieso weshalb, aber egal, an der Tür hing ein Lageplan wie wir wirklich zur nächsten Polizeistation kommen, nach 5min hatten wir selbige dann auch gefunden. Die freundliche Polizeifrau weißt uns darauf hin, dass wir so einen Report nicht brauchen, da wir ja die Kontaktdaten ausgetauscht haben, da es aber in unseren Unterlangen drinsteht frage ich noch einmal nach. Ich solle doch einfach schnell bei Alamo anrufen, mit diesen Worten wählt sie die Nummer, die auf meinem Vertrag steht und drückt mir den Hörer in die Hand. Die nette Dame am anderen Ende erklärt mir, dass sie das nicht wisse und ich in einer anderen Abteilung anrufen solle. Alles klar, mach‘ mer!

Erneut telefoniere ich mit einer Frau, Unfälle scheinen hier Frauensache zu sein… Kurz um, nach gefühlten 20 Minuten, einer kleinen Anekdote über ihre Tochter, die wohl auch schon das ein oder andere Auto angeparkt hat und meiner Bereitschaft mit ihr über unseren Urlaub zu plaudern, hatten wir es dann gemeinsam geschafft den „Case Report“ auszufüllen. Das Ende vom Lied: Ich muss beim Zurückgeben des Wagens die Schadensnummer angeben und das war’s! Top Service, super freundlich Leute, ich für meinen Teil kann Alamo und die Polizei von Montreal jedem weiterempfehlen.

Dann war es endlich soweit, beschwingt durch diesen harmonischen Start in den Tag ging’s los in Richtung Skigebiet, Mont Tremblant war das Objekt unserer Begierde. Nach zwei Stunden Autofahrt und einen kurzem Tank stop waren wir fast am Ziel, doch wo waren die Berge? Zugegeben, es war hügelig, so hügelig, wie halt kurz vor Füssen, aber so richtige Berge?! Der ein oder andere Depperleshügel wurde gesichtet, aber vom Skigebiet keine Spur. Naja, einfach weiter, das Internet kann sich nicht irren, hat es auch nicht! Erklärend möchte ich einen kurzen Ausflug in die Welt der Geographie wagen. Augsburg liegt auf 495m über N.N., die Gipfelstation des größten und besten Skigebietes in Quebec liegt auf im Vergleich dazu majestätischen 875m. Joa, ganz schön mickrig, aber wenn selbst im Tal ein Meter Schnee liegt stört es einen wenig, wenn jede Piste gleichzeitig eine Talabfahrt ist.

Ein Parkplatz ist schnell gefunden, auf geht’s zur „Tal“-Station, Ski bzw. Snowboard müssen noch ausgeliehen und Tagespässe gekauft werden. Auch der Laden für unsere Ausrüstung ist schnell gefunden, doch hier verlangsamt sich unser Vormarsch in Richtung Hüttengaudi, eine Schlange über die jede Aldi-Kassiererin nur müde lächeln kann hält uns doch tatsächlich eine halbe Stunde auf.

Als erstes müssen wir uns anstellen um über eine Computerterminal einen Fragenkatalog zu beantworten (Name, Größe, Gewicht, Alter usw…), dann stellen wir uns wieder an. Diesmal jedoch schon an der Kasse, hier wird noch einmal alles gecheckt und bestätigt. Ob wir denn auch gleich Tageskarten haben wollen werde ich gefragt. Klar wollen wir. Alles klar, die Visa wird durchgezogen, die Rechnung kommt, ich unterschreibe und werfe einen kurzen Blick auf den Betrag, 236,56 Kanadadollar steht da. Na Mahlzeit, aber gut, durch zwei geteilt und in Euro umgerechnet sind es dann nicht einmal 80 Euro, geht ja noch… Wenigstens schmeiß ich diesmal nicht den Österreichern das Geld in den Rachen.

Endlich erhalten wir das ersehnte Formular um uns unsere Schneebretter auszuleihen. Nach kurzer Anprobe, Schuhgröße 41 wollte ich haben, 43 1/3 hat dann letztendlich gepasst, ging’s auf Richtung Lift. In Europa gibt es eigentlich nur zwei Systeme, entweder Magnetkarte reinstecken und durchs Drehkreuz durchgehen oder einfach die Karte in irgendeiner Tasche lassen und den Scanner kurz berühren. Aber siehe da, der Kanadier hat ein eigenes System. Man bekommt eine Karte im DINA5-Format mit einem Kabelbinder verpasst und es gibt kein Drehkreuz! Wie soll denn da Ordnung in die Schlange gebracht werden?!? Ganz einfach, hier greift wieder die ABM, pro vierer Sessellift stehen zwei Leute mit Barcodescanner und checken die Tickets.

Zum Skigebiet lässt sich nicht viel sagen, es gibt Schnee, Schnee, Schnee, Sonne und Schnee. Ach ja, Bäume gibt’s auch, weil wer vorhin aufgepasst hat, der weiß, dass wir uns noch unterhalb der Baumgrenze befinden, wilde Backcountryrides sind alles eher selten gesät. Aber die sehr gut präparierten Pisten reichen vollkommen!

Mittags dann der lang ersehnte Einkehrschwung, ein Schnitzel wird herbei ersehnt oder wenigstens ein Germknödel und Almdudler. Weit gefehlt, man ist ja in Kanada und deswegen gab’s Hamburger, Hot-Dogs und Cola, aber immerhin war’s nicht teuer. Man muss sich ja nicht alles von den Europäern abschauen. Nach einem wirklich netten Gespräch mit einem kanadischen Pärchen über das Wetter und kulturelle Unterschiede, ja man kennt diese Autobahn und möchte unbedingt mal nach Deutschland um zu sehn wo denn der BMW gebaut wird, geht’s wieder rein in den Steilhang.

Um halb vier war der Spaß dann auch schon wieder rum, da machen die Lifte zu, ich vermute mal die Kartenscanner haben dann ihren gewerkschaftlich festgelegten Feierabend, machen wir uns erschöpft aber glücklich auf den Heimweg.

Das war’s von unserer Seite, was der zweite Teil unseren illustren Reisegruppe heute so erlebt hat, lest ihr weiter oben.

Liebe Grüße Jonas & Florian

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