Tag 2: Chicago
Wann steht man im Urlaub für gewöhnlich auf? Eigentlich eher selten vor 10 Uhr, tja nicht so bei der heutigen Jugend, kurz nach 6 zeigt mir der Wecker im Schlafzimmer an, als wir aufstehen. Warum machen wir das machen? Ich habe absolut keine Ahnung, wir waren einfach wach…
Nach einem reichhaltigen Bagel-Marmelade-Philadelphia-Frühstück haben wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht. Nach gefühlten 45 Minuten waren wir dann auch schon in diesem Downtown. Hier stellt sich zu Recht die Frage, warum wir so lange gebraucht haben. Aber wenn ein Bus ungelogen alle 150m anhält, dann nimmt so ein Fahrt verständlicher Weise ein wenig mehr Zeit in Anspruch.
Von unserer „Ziel-Haltestelle“ haben wir uns zu Fuß auf den Weg zum Sears Tower gemacht, einem der höchsten Gebäude der Welt. Man glaubt es kaum, aber so ein riesiges Gebäude ist schwieriger zu finden, als man denkt. Es stehen nämlich außen rum lauter Wolkenkratzer. Aber da wir uns die „Route“ vorher auf Google Maps angeschaut hatten, war die Suche reine Formsache. Dann kam aber die große Enttäuschung, von wegen der frühe Vogel fängt den Wurm, das „Skydeck“ des Sears Tower öffnet seine Tore erst um 10!
Nach einer kurzen Beratung haben wir uns auf den Weg zum Millenium Park gemacht, ihr wisst schon, dieser Park mit der Wurst. Sie ist immer noch da, zwar nicht ganz so sauber wie im Sommer, aber man will ja nicht meckern, dafür sind die Gehsteige wie geschleckt, ob die im Winter wohl auch jede Nacht nass gewischt werden?! Und wenn ja, wie viel Frostschutzmittel wird dann gleichzeitig versprüht?! Weil man kann nicht gerade vom schönen mediterranen Klima Chicagos sprechen, wenn einem der bitterkalte allgegenwertige Wind um die Ohren pfeift. Wobei, schön ist das Wetter schon, blauer Himmel und Sonnenschein, so wie es sich für einen guten Urlaub gehört!
Mittlerweile war es nach 10 und wir machten uns auf den Rückweg zum Sears Tower, intern auch Sers Tower genannt. Natürlich kann man in den USA nicht einfach mit dem Aufzug auf die Aussichtplattform fahren und die Aussicht genießen. Nein, zuerst fährt man mit dem Aufzug in den Keller, dort folgt der obligatorische Sicherheitscheck, sprich: Durchleuchtung von Jacken und Rucksäcken, Gürtel ausziehen für den Metalldetektor etc. Oben bietet sich uns ein einmaliger Ausblick, in alle 4 Himmelsrichtungen lässt sich das Panorama genießen, hier kommt uns natürlich noch einmal das hervorragende Wetter zu Gute. Natürlich gibt es on top auch einen Gift Shop und da man sich ja in der Präsidentenstadt befindet gibt es natürlich auch alles was das Demokratenherz begehrt, unter anderem die neue Obama Actionfigur, über Sinn und Unsinn von solchem Krimskrams lässt sich streiten, aber es zeigt doch wieder deutlich wie sehr die Amerikaner ihren neuen Präsidenten unterstützen und schätzen.
Nachdem wir uns jetzt also endlich mal einen Überblick über die Stadt verschafft hatten machten wir uns auf den Weg zum Navy Pier, es war schließlich schon Mittag und wie wir alle wissen gibt es an diesem Pier ein ganz spezielles Etablissement, Bubba Gump Shrimp Co. Nach dem wie immer hervorragendem, aber auch sehr teurem Essen ging’s wieder raus in die Kälte.
Der Navy Pier, ein ebenso verstörendes wie beeindruckendes Beispiel für den American Way of Life. Ein kleiner Freizeitpark mitten in der Stadt, mit Fressbuden, Musik und Attraktion, wo gibt es sowas sonst noch? Und dann auch noch vor dieser wundervollen Kulisse, auf der einen Seite der See, der eher wie ein Meer wirkt und den Bodensee total jämmerlich aussehen lässt und auf der anderen Seite die Skyline von Chicago! Einfach nur schön, das ist Sightseeing in seiner Reinform!
So, das Pflichtprogramm für heute war absolviert und es war gerade mal 2 Uhr nachmittags. Was tun? Top Idee, wir fahren mit dem Loop. Für die, die nicht wissen was der Loop ist. Das ist sozusagen der mittlere Ring des Nahverkehrssystems von Chicago! Die Hochbahnen treffen sich in der Innenstadt, fahren einmal im Kreis, um die Leute dann wieder in die äußeren Bezirke der Stadt zu bringen. Verrostete Metallkonstruktionen, laut ratternde Bahnen und ein holzbeplankter Bahnhof, der dem in Hochzoll absolut ebenbürtig ist. Die Hochbahn ist quasi so etwas wie die Reziproke einer U-bahn, so faszinierend es ist, sich unter der Erde zu bewegen, so cool ist es über allem zu schweben! Nach 10 Minuten Fahrt ist man dann auch schon einmal durch dieses Loop durch, Fotos von der Fahrt gibt es leider keine, da die Scheiben unendlich dreckig waren.
Anschließend ging’s zurück zum Hotel, der Tag war mit der vielen Lauferei doch anstrengender als gedacht, nach zwei Stunden Musik hören, Lesen und im Internet surfen haben wirs auf den Weg zu einem uns wohl bekannten Italiener gemacht. Dort gab es für Florian und Koto wieder Pizza-Pilze, gefüllt mit Käse, Käse, Käse, Käse und irgendwo auch noch Pilze und Hackfleisch. Ich hatte mich für etwas leichtes entschieden, der Great American Salat war das Gericht der Wahl. Grob geschätzte drei Köpfe mussten rollen für diesen Berg an Ballaststoffen…
Gut gefüllt gings zurück zum Hotel, dort gönnte sich der Bloggomat ein Bad, wobei er entsetzt feststellen musste, dass die Blubberdüsen nicht funktionierten. Frechheit, wo das zimmer doch 90$ die Nacht kostet, wir werden uns beschweren.
Mal sehen was der morgige Tag neben Auto holen und Shoppen im Outletcenter noch so bringt.
Gute nacht und viel Spaß mit eurem Schnee!
Gruß, Jonas
Der Wanne entstiegen möchte ich mich nun auch noch einmal kurz zu Wort melden. Mein Wort zum Montag richtet sich heute an alle sogenannten „Servicekräfte“ in italienischen Speiselokalen in den heimischen deutschen Landen. Lasst es mich direkt formulieren: Ihr habt kein Trinkgeld verdient. Es ist eigentlich erstaunlich,dass man erst 7000 Kilometer fliegen muss um zu realisieren dass Service tatsächlich existiert und Freundlichkeit nicht ausschließt. In den USA besteht ein Großteil des Gehaltes einer Bedienung aus dem Trinkgeld: Wer unfreundlich ist verdient schlecht. In Deutschland fühlt man sich schlecht bezahlt und lässt seinen Frust darüber an den Gästen aus. Und kassiert dafür den obligatorischen Aufrundungseuro. Wenn „Dolce Vita“ bedeutet, dass der Gast gerade noch so am Leben bleibt, möchte ich mir garnicht ausmalen was mir bei „Dragone“ blüht. In diesem Sinne: Bleibt stark, bis morgen.

2 Kommentare:
Der Himmel ist bei uns heute auch so blau, nachdem wir gestern nur Schnee vor Augen und unter den Füßen hatten. Heute morgen dafür -15° in FDB-West. Keine weiteren Fragen!!
Im obigen Text haben sich drei Rechtschreibfehler versteckt! ;)
Bringt mir was von den eingefrorenen Pizzapilzen mit! viel Spaß mit dem Equinox, ich drück euch die Daumen, dass ihr zum kostenlosen Upgrade kommt.
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